Das KoA Let’s Play hat es hinter sich, Zeit ein kleines Fazit über dieses etwas unterschätzte Spiel zu ziehen. Zunächst einmal, nein, es ist kein schlechteres Skyrim. Genau genommen hat es mt Skyrim ausser dem Genre wenig gemeinsam. Die Aspekte die man vergleichen kann sind im Grunde nur Hintergrundgeschichte, Kampfsystem und Charakterdiversifikationsmöglichkeiten.
Hintergrundgeschichte: Skyrim. Skyrim hat hier wahrscheinlich durch die Reine Masse die Nase vorn. Es ist ein klassisches Rollenspiel mit Charakteren die man im Spielverlauf schätzen oder auch hassen lernt. Der Bürgerkrieg ist als Rahmenhandlung omnipräsent und die Nebenquests passen gut in dieses Bild. Die Hauptquest dagegen verfolgt einen anderen Handlungsstrang, die Rückkehr der Drachen. Je weiter die Geschichte voranschreitet umso präsenter werden die eigentlichen Probleme und die Welt-NPCs bekommen davon auch etwas mit und passen ihre Dialoge an, mit 20 Stunden ist man mit der Hauptquestreihe hier weitestgehend durch. Bei KoA sieht es hier ein wenig anders aus, Die Hintergrundgeschichte hier ist auch geprägt von aussichtslosem Krieg und dem festen Schicksal das die Völker von Amalur in diesem Krieg haben. Bei KoA dreht sich letztlich alles um das Schicksal, es ist ein sehr häufig wiederkehrendes Motiv, wodurch auch die Brücke zur Hauptquestreise geschlagen wird. Der Protagonist hat nämlich sein Schicksal verloren und ist daher nicht mehr durch Vorbestimmung gelenkt. Davon abgesehen bietet die Hauptquest ungefähr 15 Stunden Unterhaltung und fühlt sich in Summe sehr rund an, erreicht aber nur selten narrative Höhen und wirkt oftmals auch ein wenig vorhersehbar.
Kampfsystem: KoA. Bedarf nicht wirklich einer Diskussion, während Skyrim ein ziemlich langsames und statisches Kampfsystem bietet, welches sich seit gefühlten 15 Jahren nicht mehr verändert hat, so überzeugt KoA durch ein sehr schnelles und reaktionsforderndes Kampfsystem. In Skyrim sucht man sich einen der Gegner aus und beharkt ihn mit Waffe oder Magie, stets jedoch ziemlich langsam und vor allem repetativ. KoA geht hier einen anderen Weg und bringt ein Beat-Em-Up Kampfsystem mit. Durch (einfache) Tastenkombinationen löst man diverse Moves aus, welche sich zu wunderschönen Ketten kombinieren lassen. Das ist auch bitter nötig, die Gegner in KoA wehren sich nämlich auf deutlich vehementere Weise als in Skyrim. Wer da nicht aktiv blockt und ausweicht wird niemals über den ersten richtigen Bosskampf hinauskommen.
Charakterdiversifikationsmöglichkeiten: Geschmackssache. Hier scheiden sich die Geister. In Skyrim kann man vieles tiefer erlernen als in KoA. In Skyrim kann man richtig craften, damit stärkere Metalle freischalten, diese abbauen, noch mehr craften, spezielle Schmieden benutzen, etc. In KoA setzt man dafür einfach beim Level-Up 10 Skillpunkte in Schmieden und ist fertig, Bauteile gibts bei Gegnern und in Lootkisten. KoA punktet dadurch das man in vielen Berufen experimentieren kann, zB verschiedene Kräuter zu einem Trank zusammenmixen und schauen was dabei rauskommt um Rezepte freizuschalten. In Summe bleibt das Craftingsystem aber eher eine Domäne von Skyrim. Skills dagegen finde ich bei KoA besser gelöst, man bekommt beim Levelaufstieg klassisch Skillpunkte welche in WoW-artigen Bäumen verteilt werden können. Durch die Verteilung der Punkte auf die Bäume legt man indirekt seinen Archtype fest und kann so auch wilde Hybriden spielen. Skyrim hat hier ein Ultima Online-artiges Skillsystem, welches die Benutzung eines Skills erfordert um diesen zu leveln. Level in einem Skill wie Einhänder ändern aber nicht annähernd so massiv die Spielweise wie bei KoA da nur insignifikante Verbesserungen hinzukommen.
Wie man sieht, kein klarer Gewinner festzumachen. Ich denke man muss es für sich selbst entscheiden. Riesige Welten und 200+ Stunden Nebenhandlung haben beide. Macht es an den Unterschieden fest. Craftet ihr gerne und lest auch die NPC Dialoge? Skyrim. Wollt ihr ein sehr schnelles Kampfsystem und wollt euren Charakter absolut maximieren mit Setitems und Leuchtwaffen? KoA. Im Zweifelsfalle spielt einfach beides, denn Spaß machen sie definitiv beide.


